Wer ist Allah
Muslime glauben an Allah. Viele Nicht-Muslime denken, Allah sei der Name des Gottes, an den die Muslime glauben, aber das stimmt so nicht. Das Wort "Allah" hat arabische Wurzeln und stammt von "Al-Ilaah", was übersetzt "Der Gott" bedeutet.
Muslime haben keinen eigenen Gott. Allah ist der Herrscher der Welt, und nicht die Welt beherrscht ihn. Er ist unser Schöpfer und der Schöpfer dieser Welt. Gott und Allah sind ein und derselbe. Der Gott der Muslime unterscheidet sich nicht vom Gott der Christen und Juden. Der Gott, von dem in der Bibel gesprochen wird, ist derselbe Gott, der im Heiligen Qur'an erwähnt wird.
Islam
Der Qur'an ist das Heilige Buch der Muslime. Dieses Buch wurde vom allmächtigen Gott (Allah) duch den Erzengel Gabriel an dem Propheten Mohammed gegeben, so wie das Alte Testament Moses und das Neue Testament Jesus gegeben wurde (möge Gottes Friede mit ihnen allen sein).
Der Qur'an hat 114 Kapiteln, welche die Offenbarung enthalten. Diese Offenbarung erfolgte innerhalb von 23 Jahren und blieb bis heute noch unverändert. Muslime folgen den Qur'an und gehören zu der Religion Islam. Der Islam ist eine monotheistische Religion, das heißt, der Glaube an nur einen Gott. Allah ist das höchste Wesen, das immer existiert hat und immer existieren wird. Allah ist der Schöpfer des gesamten Universums und all seiner Inhalte. Allah ist der Schöpfer von Menschen, Tieren und allem um uns herum. Allah ist der Schöpfer, der Ernährer, der Erhalter, der Versorger, der Leben und Tod, Nahrung und Regen gibt.
Allah erwählte Propheten und Gesandte, von Adam über Jesus bis hin zu Mohammed (Friede sei mit ihnen allen), zu verschiedenen Zeiten und schickte sie zu den Menschen, um seine Botschaft zu verkünden. Der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm) ist der letzte Gesandte Allahs, und das letzte göttliche Buch, das ihm offenbart wurde, ist der Qur'an. Der Qur'an ist und bleibt unverändert in seinem Inhalt und seiner arabischen Sprache. Muslime lernen und befolgen den Qur'an.
2.2 Die fünf Säulen der Islam
1. Das Glaubenskenntnis: Shahada
Aschhadu an la ilaha illa-llah, wa aschhadu anna Muhammadan rasulu-llah
Das ist die deutsche Übersetzung:
Das ist die Bezeugung, dass es keinen Gott gibt ausser Allah und das der Prophet Mohammed des letzten gesandten Allahs ist
Diese Bezeugung spricht ein Muslim täglich. Sie dient als Erinnerung an den Glauben, weswegen sie an erster Stelle der Säulen des Islam steht. Möchte man den Islam annehmen und konvertieren, so spricht man diese Bezeugung aus. Jedoch muss die Überzeugung vom Herzen kommen, das heißt, keiner kann jemanden dazu zwingen, diese Religion anzunehmen. Allah sieht, was im Herzen eines Menschen ist. Allah erkennt, ob man wirklich um Seinetwillen den Glauben angenommen hat oder nicht, und Er weiß alles, denn Er ist der Allwissende.
2. Das Gebet: Salah
Muslime haben Pflichten, denen sie täglich nachgehen müssen. Das Gebet ist eine der größten Pflichten und bildet somit die zweite Säule des Islam. Ein Muslim betet mindestens fünfmal am Tag, da nur diese fünf Gebete Pflicht sind. Das Gebet besteht aus dem Morgensgebet (Fajr), dem Mittagsgebet (Dhuhr), dem Nachmittagsgebet (Asr), dem Abendgebet (Maghrib) und dem Nachtgebet (Isha).
Außer diesen Pflichtgebeten gibt es andere Gebete, die als Sunnah betrachtet werden und somit freiwillig sind. Wenn man von Sunnah spricht, meint man die Handlungen und Praktiken, die der Prophet Mohammed (Friede sei mit ihm) vollzogen hat. Muslime versuchen, der Sunnah zu folgen, das heißt, so zu leben wie der Prophet gelebt hat, weil er uns zeigt, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll.
Brauchen Muslime Rat, befinden sie sich in schwierigen Situationen oder müssen sie eine schwierige Entscheidung treffen, so beten sie zu Allah, und er zeigt ihnen den Weg. Das Gebet spielt für Muslime eine große Rolle. Es ist die Verbindung zu Allah. Möchte man mit Allah reden, so betet man und gesteht ihm seine Probleme. Man steht vor ihm, beugt sich vor ihm und legt seine Stirn für ihn auf den Boden.
Das Gebet hat Regeln, die befolgt werden müssen, um richtig zu beten. Bevor man betet, muss man eine rituelle Waschung (Wudu) durchführen. Dies muss man tun, um sauber und respektvoll vor Allah zu treten. Danach muss man sich an bestimmte Gebetshaltungen halten, um korrekt zu beten. Das Gebet ist eine Art Disziplin. Es stärkt die spirituelle Verbindung zu Allah und hilft den Gläubigen, inneren Frieden, Ruhe und Führung zu finden.
3. Almosengabe: Zakat
Auf der dritten Säule des Islam ist die Pflicht zur Almosenabgabe (Zakat). Muslime, die dazu in der Lage sind und über ein ausreichendes Vermögen verfügen, sind dazu verpflichtet, Zakat zu geben. Diese Abgabe wird für gute Zwecke verwendet, sei es zur Unterstützung Bedürftiger und Menschen in der Not oder für Projekte, die der gesamten Gemeinschaft nützlich sind. Das Prinzip besteht darin, zu geben, wenn man mehr hat, zu helfen, wenn man helfen kann, und zu wissen, dass Allah einem mit etwas Besserem und Wertvollerem belohnt.
4. Das Fasten: Siyam
Das Fasten ist die vierte Säule im Islam. Für Muslime bedeutet fasten nicht nur von Fajr (Morgensgebet) bis Maqrib (Abendgebet) nichts zu essen und trinken, sondern auch auf Körperliche und seelische Bedürfnisse zu verzichten. Wie beim Gebet gibt es auch hier Pflichten, die jeder nachgehen muss und freiwillige Taten, die nur für Allah getan werden. Das Fasten im heiligen Monat Ramadan (9.Monat im Islam) ist eine Pflicht für jeden Muslim. Es gibt Ausnahmen, da Allah der barmherzigste ist und er den Menschen am besten kennt. Diese ausnahme gälten für Frauen in der Schwangerschaft, Kinder, alte und schwerkranke Menschen, die Medikamente nehmen müssen und Frauen, welche sich in der Menstruationscycle befinden. Die Tage oder Wochen, die man nicht gefastet hat, sollte man im laufe des Jahres nachholen. Ramadan ist dafür gedacht, seine Seele zu reinigen und sich von seinen Sünden und Sucht zu entfernen, aber Allah macht es einem nicht schwieriger als es vorgeben ist. Allah sagt im Quran:
﴿لَا يُكَلِّفُ اللَّهُ نَفْسًا إِلَّا وُسْعَهَا ۚ لَهَا مَا كَسَبَتْ وَعَلَيْهَا مَا اكْتَسَبَتْ ۗ رَبَّنَا لَا تُؤَاخِذْنَا إِن نَّسِينَا أَوْ أَخْطَأْنَا ۚ رَبَّنَا وَلَا تَحْمِلْ عَلَيْنَا إِصْرًا كَمَا حَمَلْتَهُ عَلَى الَّذِينَ مِن قَبْلِنَا ۚ رَبَّنَا وَلَا تُحَمِّلْنَا مَا لَا طَاقَةَ لَنَا بِهِ ۖ وَاعْفُ عَنَّا وَاغْفِرْ لَنَا وَارْحَمْنَا ۚ أَنتَ مَوْلَانَا فَانصُرْنَا عَلَى الْقَوْمِ الْكَافِرِينَ﴾
[ البقرة: 286]
Übersetzt heisst das:
Allah belastet eine Seele nur mit dem, was in ihrem Vermögen liegt. Sie wird das bekommen, was sie sich erworben hat, und sie wird das ertragen, was sie sich erworben hat. "Unser Herr, beschuldige uns nicht, wenn wir vergessen oder geirrt haben. Unser Herr, und lege uns nicht eine Last auf, wie Du sie denen vor uns auferlegt hast. Unser Herr, und belaste uns nicht mit dem, was wir nicht zu tragen vermögen. Und verzeihe uns und vergib uns und sei uns gnädig."
Sura Al-Baqarah: 286
Allah möchte uns damit sagen, dass wir unser Bestes geben sollen und tun sollen, was in unserer Macht steht, ohne uns zu überlasten, wenn wir es nicht können.
5. Die Pilgerfahrt: Hajj
Die Muslime führen mindestens einmal im Jahr eine Pilgerfahrt zur Ka'aba in Mekka durch. Mekka ist die heilige Stadt der Muslime und der Geburtsort des Propheten Mohammed (möge Gottes Friede mit ihm sein). Wie beim Fasten gibt es auch bei der Pilgerfahrt Ausnahmen. Wenn man aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nicht pilgern kann, ist man dazu nicht verpflichtet.
Die Pilgerfahrt ist eine Reise zum "Haus Allahs", bei der Muslime aus der ganzen Welt zusammenkommen und eine Gemeinschaft für Gottes Wohl verspüren. Unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder welche Rolle man in dieser Welt spielt, tragen alle Pilger einfache weiße Kleidung und sind somit nicht voneinander zu unterscheiden. Denn vor Allah sind wir alle gleich, unabhängig von der Person. Das Einzige, was zählt, ist die Aufrichtigkeit im Herzen der Menschen.